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Adam & Eva

Aus dem alten Blog
Ich habe ja am 30.Dezember 2009 die Alte Pinakothe besucht, da dort die Ausstellung "Rubens im Wettstreit mit Alten Meistern" bis zum 07.02.10 präsentiert wurde. Die Alte Pinakothek enthält schon aus eigenen Beständen eine der größten Rubens Sammlungen weltweit und diese wurde durch zusätzliche Leihgaben aus Wien, Madrid und London kurzzeitig erweitert. Mit der Ausstellung sollte gezeigt werden, wie Rubens berühmte Kunstwerke, vorallem Tizian, "kopierte" bzw neu interpretierte. So auch bei dem Gemälde "Adam und Eva" (1628/29), das unter normalen Umständen in Madrid im Museo Nacional del Prado hängt. Tizians Original stammt aus dem Jahre 1550 und hängt ebenfalls in Madrid. Die Darstellung Rubens' darf aber vielmehr als freie Adaption denn als reine Kopie bezeichnet werden, da deutlich zu erkennen ist, wie viel eigene Kreativität in das Bild eingeflossen ist.


In Rubens' Version wird die Zuwendung Adams zu Eva viel deutlicher zum Ausdruck gebracht, indem er Adams Blick auf Eva richtet, während im Original der männlicke Akt auf den Apfel blickt. Ebenso das Baby im Baum, das ich persönlich nicht richtig zu interpretieren weiß, sieht in Rubens Werk die Frau an. In Tizians Darstellung sind beide Protagonisten zensiert. Rubens aber differenziert die beiden Personen gekonnt: Eva, die bereits der Erbsünde verfallen ist verhüllt ihre Scham. Adam befindet sich jedoch noch im Zustand unschuldiger Nacktheit und hat keinen Grund Scham zu empfinden. Der Papagei, den Rubens in seinem Gemälde platziert hat, geht auf eine Idee Albrecht Dürers zurück. Ich persönlich interpretiere ihn nach Vorstellung der Vanitas-Symbolik. Da der Papagei nie versteht, was er überhaupt sagt, ist er ein Symbol für die Eitelkeit, Lüge und Prahlerei der Menschen, die sich von Gott abwenden und lieber ihre Triebe befriedigen. Er ahmt zwar die menschliche Sprache nach, kann einem, ebenso wie ein Gemälde aber keine Antwort geben.

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