Navigation Menu

Der Kuss (1908)

Am morgigen 14.Juli 2010 würde der bei Wien geborene Künstler Gustav Klimt seinen 148.Geburtstag feiern. Deswegen befasse ich mich heute mit einem seiner bekanntesten Werke.

Das Gemälde „Der Kuss“ entstand in den Jahren 1907 / 1908 und wurde vom Künstler selbst kurze Zeit nach der Fertigstellung an die Galerie des Belvedere verkauft, wo es noch heute zu sehen ist. Gemalt wurde „Der Kuss“ mit Öl auf Leinwand (180 x 180 cm) und es kennzeichnet sich durch die überwiegend goldene Farbe und den Auftrag von Blattgold. Im Mittelpunkt der Leinwand befindet sich ein in sich verschlungenes Paar auf einer Blumenwiese, die unmittelbar nach den Füßen der Frau endet. Der links dargestellte Mann beugt sich zu der Frau neben sich herab, um ihr einen Kuss zu geben, den sie mit geschlossenen Augen und zur Seite geneigten Kopf empfängt. Die ornamentierten Körper der Personen wirken im ersten Moment abstrakt auf den Betrachter, lassen sich aber bei näherem Hinsehen als Kleidungsstücke identifizieren, deren Muster die Konturen der Protagonisten darstellen. Trotz dieser Trennung durch unterschiedlich gemusterte Kleidung verschmelzen die Akte durch die zweidimensionale Darstellung wieder miteinander. Umhüllt wird das Paar außerdem von einer Aureole, die sich aber überwiegend auf der Seite der Frau befindet.
Die abrupt endende Blumenwiese kann als Abgrund gedeutet werden, als Ufer, oder Vorsprung, oder als Grenze von Welt und Universum. Zunächst glaubte man, das Bild stelle den Maler selbst und seine Lebensgefährtin Emilie Flöge dar, später aber verstand man das Werk als allgemeines Sinnbild der Liebe. Durch das Nichtvorhandensein zeitgenössischer Details wird die Zeitlosigkeit und Unendlichkeit (der Liebe) verstärkt. Das Gold untermauert die Sinnlichkeit und Leidenschaft und glorifiziert das Miteinander von Mann und Frau. Des Weiteren wird das Bildnis im religiösen Sinne als Mariendarstellung gesehen und gilt heute als eines der am häufigsten reproduzierten Werken der Malerei. Die Signatur befindet sich unten rechts.

0 Kommentar(e):