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Die Geißblattlaube (1609)

Peter Paul Rubens’ Ölgemälde „In der Geißblattlaube“ (179 x 136cm) entstand um 1609 und befindet sich in der Alten Pinakothek in München.

Das Doppelportrait zeigt den Maler selbst und seine erste Ehefrau, die damals 18-jährige Isabella Brant. Es gilt als Huldigung an die Ehe, die Liebe und natürlich die Frau. Rubens stellt durch die überkreuzten Beine seiner Figur, die typische Sitzhaltung eines Gelehrten und Künstlers zur damaligen Zeit dar. Der Maler genoß privat einen luxuriösen Lebenstandart und spiegelt dies auch in seinen Werken wieder. Isabella Brant trägt auf dem Bild, genauso wie ihr Ehemann prachtvolle, kostbare Kleider, die durch die gekonnte Farbwahl zusätzlich veredelt werden. Der Degen, den Rubens Figur in der linken Hand hält, wurde nur zur Zierde in das Bild gesetzt, um den Gesamteindruck optisch stilvoller wirken zu lassen. Als das Bild entstand, besaß Rubens den Adelsrang noch nicht, der durch einen Degen für gewöhnlich symbolisiert wird. Der Zeigefinger der Hand um den Griff zeigt locker auf die übereinander liegenden rechten Hände des Paares, was für die Ehe stehen soll und sich durch die helle Farbe der Haut vom dunklen Hintergrund abhebt (Hell-Dunkel-Kontrast). Aber nicht nur Rubens Finger weist auf die Hände hin, sondern auch der Hut der Isabella Brant, der, wenn man die Linie, auf der die Krempe liegt, weiterführt, genau auf die Geste zielt. Hinter den beiden Figuren, die ein in sich geschlossenes Ganzes ergeben, kommt unmittelbar das rankende Geißblatt, das ein Symbol für dauerhaftes Zusammensein von Mann und Frau ist. Dem Betrachter ist es des Weiteren nicht möglich Distanz zu den Figuren aufzubauen, da der Bildraum kaum Tiefe besitzt und man so direkt mit dem Ehepaar konfrontiert wird. Rubens Faszination an der Schönheit Isabellas wird dadurch deutlich, dass er ihr Gesicht geradezu strahlen lässt, obwohl ihre Kopfbedeckung eigentlich Schatten werfen müsste. Sein eigenes Gesicht hingegen stellt der Künstler weniger leuchtend und korrekt schattiert dar.
Isabella starb bereits 1629 im Alter von nur 38 Jahren.

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