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Die Kleinen Gelben Pferde

Franz Marc wurde 1880 in München geboren und ist bekannt für seine Tierbilder, mit denen er utopische Träume einer perfekten Welt zum Ausdruck bringen wollte. Der Künstler empfand den Menschen schon immer als hässlich und gefühlskalt. Ein Tier hingegen symbolisierte die Natur, die Schönheit, Reinheit und Vollkommenheit. Zunächst stellte Marc seine Kreaturen Blocksatz
gegenständlich dar, aber diese Einstellung vernachlässigte er sehr bald und ausschlaggebend war für den Maler jetzt die Farbe und die Farbsymbolik. Viele Jahre schrieb er Briefe mit dem Künstler August Macke, um sich mit diesem über kunsttheoretische Erkenntnisse und Fragen auszutauschen.

Marc über Farbe;
" Blau ist das männliche Prinzip, herb und geistig. Gelb das weibliche Prinzip, sanft, heiter, sinnlich. Rot die Materie, brutal und schwer und stets die Farbe, die von den anderen beiden [bau und gelb] bekämpft und überwunden werden muss!
Mischt du zum Beispiel das ernste, geistige Blau mit Rot, dann steigerst du das Blau bis zur unerträglichen Trauer und das versöhnende Gelb, die Komplementärfarbe zu Violett [Blau und Rot] wird unerlässlich.
Mischt du Rot und Gelb zu Orange, so gibst du dem passiven und weiblichen Gelb eine "megärenhafte", sinnliche Gewalt, dass das kühle, geistige Blau wiederum unerlässlich wird. (...) Mischt du nun aber Blau und Gelb zu Grün, so weckst du Rot, die Materie, die "Erde", zum Leben. Aber hier fühle ich als Maler immer einen Unterschied: Mit Grün bringst du das ewig materielle, brutale Rot nie ganz zur Ruhe, wie bei den vorherigen Farbklängen (...). Dem Grün müssen stets noch einmal Blau und Gelb zu Hilfe kommen, um die Materie zum Schweigen zu bringen"

Das Bild "Die kleinen Gelben Pferde" (66 x 104,5 cm) entstand 1912, ein Jahr nach Gründung des "Blauen Reiters", mit Öl auf Leinwand und hängt momentan in der Staatsgalerie in Stuttgart. Nehmen wir es einmal als Beispiel für Marcs Genialität.
Die Pferde malt er Gelb (sanft, sinnlich). Das brutale Rot im Hintergrund wird durch die grünen Mähnen der Tiere beruhigt. Außerdem könnte man im Auge ein Ruhe bringendes grün aus den gelben Körpern der Pferde und der blauen Fläche im Hintergrund entstehen lassen. Des weiteren wird dem Rot durch das Einsetzen von Blau die Intensität gegenüber dem Gelb genommen. Die Harmonie im Bild wird so wieder hergestellt und selbst ein aufgewühlter Betrachter wird beim Anblick dieses Gemäldes zu Ruhe kommen.

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