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Die Zwei Fridas (1939)

Am 06.Juli 1907 wurde Frida Kahlo in Coyoacán bei Mexico-City geboren. Heute würde sie ihren 103.Geburtstag feiern. Die Künstlerin malte hauptsächlich Selbstbildnisse, um sich mit ihren physischen und psychischen Leiden auseinander zu setzen. Eines ihrer bekanntesten Werke ist dabei das Doppelportrait der "Zwei Fridas" (1939),
das die Malerin selbst zwei mal darstellt. Es wurde mit Öl auf eine 173,5 x 173 cm große Leinwand gemalt und hängt momentan im "Museo de Arte Moderno" in Mexico-City. Es zeigt die Frau einmal in einem weißen, prachtvollen Spitzenkleid und einmal in einer gewöhnlichen, schlichten Robe. Die unterschiedliche Kleidung könnte auf ihren Schwebezustand zwischen der europäischen und mexikanischen Tratition hinweisen. Die beiden Figuren halten sich an den Händen und sind mit zwei offen liegenden Herzen an einen einzigen Kreislauf angeschlossen. Die linke Frida klemmt eine auseinander gerissene Ader ab, aus der noch Blut tropft, das sich irgendwann mit den roten Stickereien auf dem Rock des Kleides vermischt. Die rechte Frida hingegen hält ein Medaillon in der Hand, auf dem ihr Mann Diego Rivera zu sehen ist, den sie 1929 heiratete, von dem sie sich zehn Jahre später wieder scheiden lies und den sie ein Jahr später erneut heiratete.
Das Gemälde entstand zu der Zeit, als die Künstlerin den seelischen Schmerz der Trennung und der beschlossenen Scheidung von ihrem Mann verkraften musste. Deswegen ist wohl auch der Blutkreislauf an einer Stelle unterbrochen.
Die Tatsache, dass sich Frida zweimal darstellt, steht dafür, dass die Frau in einen Dialog mit sich selbst trat, um sich mit ihren Problemen auseinander zu setzen. Außerdem gibt es verschiedene Hinweise auf eine Schizophrenie Kahlos. Die Künstlerin selbst berichtete, dass sie bereits in ihrer Kindheit eine imaginäre Freundin besaß, mit der sie über alles reden konnte und die immer da war, wenn sie gebraucht wurde. Der Himmel im Hintergrund des Bildes ist sehr unruhig und von zerfetzten Wolken übersäät. Er wirkt düster, gefährlich und mysteriös.
Frida hatte im Laufe ihres Lebens viele schwere Situationen zu meistern und das Malen half ihr mit den Problemen klar zu kommen. Bevor sie malte, studierte sie Medizin. Dieses Studium brach sie jedoch nach einem schweren Busunglück am 17.09.1925, bei dem sich eine Eisenstange durch ihr Becken bohrte, ab. Auf dem Krankenbett begann sie zu zeichnen. Sie sagte:
"Ich bin nicht gestorben, und außerdem habe ich etwas, wofür es sich zu leben lohnt: die Malerei." Die Frau hatte wahrlich kein leichtes Leben; Kinderlähmung, ein Busunfall, ständige Untreue ihres Mannes, die Scheidung von ihm, mehrere Operationen, späteres Sitzen im Rollstuhl, eine Beinamputation und eine Lungenembolie, der sie am 13.Juli 1954 erlag.

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