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Abi-Vorbereitung: Entwicklung der Malerei im 20. Jahrhundert Kubismus, Dadaismus und Surrealismus

Kubismus. Der Kubismus ist eine parallel zum Expressionismus laufende Kunstrichtig, die sich von der klassisches Bildauffassung abwendet, da Kubisten einen Widerspruch zwischen dem zweidimensionalen, flachen Bildträger und dem dreidimensional dargestellten Bild, dessen Elemente plastisch wirken, obwohl sie es nicht sind. Um diese Illusion zu zerstören betrachten die kubistischen Maler ihr Sujet von allen Seiten, von vorne, von hinten, von oben, von unten, von links und von rechts und stellen alle Perspektiven gleichzeit im Bild da, sodass ein facettenähnliches Werk entsteht. Der Bildgehalt tritt also zu Gunsten der Struktur zurück und es sind nur noch reine Grundformen sichtbar. Typisches Gestaltungsmittel ist auch die Farbmodulation innerhalb einer Fläche und die auf grau, braun, blau oder weiß beschränkte Farbpalette. Die Raumebenen verzahnen sich.

Dadaismus. Die Dada-Bewegung entstand 1917 in Zürich und geht dem Surrealismus voraus. Der Dadaismus kann als Objektkunst bezeichnet werden. In der Plastik entstehen keine im klassischen Sinn. Die Künstler haben eine witzige, provokative, gesellschaftskritische Kunstauffassung und stacheln die Bevölkerung durch ihre Readymades bzw. Montagen an. Dh sie nehmen Objekte, bevorzugt banale Alltagsgegenstände, die schon vorhanden sind, verfremden sie (z.B. indem sie sie auf den Kopf stellen) und montieren sie auch einem Sockel, signieren es und nennen es Kunst. Der Schaffensprozess ist dabei unheimlich kurz und hat fast nichts mehr mit künstlerischem Können zu tun. Ebenso in der Malerei, wo die collagenähnliche Werke entstehen, die den surrealistischen Gemälden enorm ähneln.
Surrealismus. Der 1924 aufkommende Surrealismus existiert parallel zum Dadaismus und kritisiert die Logik und Ordnung des Menschen. Moral und geltende Regeln verhindern das freie Bewusstseinsfeld und schränken die Psyche mit ihrem Reichtum ein. Konkret wendet sich die Strömung gegen den Realismus und die Wirklichkeit. Bevorzugt werden Traum, Phantasie und Unterbewusstsein, da die Psyche in ihnen ihre geheimen Wünsche, Begierden und Instinkte preis gibt. So entsteht ein völlig neues Weltbild. Die Künstler malen Bilder aus ihren Traumwelten, aber auch sensationelle, absurde Themen stehen im Vordergrund. Die Bilder scheinen auf den ersten Blick keinen Sinn zu ergeben. Doch oft verstecken sich Botschaften und Wahrheiten in ihnen, die witzig-ironisch, aber auch dramatisch gezeigt werden. Auch hier spielt die Verfremdung der Dinge eine Rolle. Banale Objekte werden in ein absonderliches Licht gestellt, indem sie aus ihrer gewohnten Umgebung gerückt werden und mit wesensfremden anderen Dingen kombiniert werden, sodass sich eine völlig neue, wirre Einheit bildet. Orientierung fanden die Surrealisten an den Primitiven und den Naturvölkern, welche vom rationalen, logischen Denken noch unberührt blieben. Auch die Geisteskranken hatten die Aufmerksamkeit der surrealistischen Künstler, da solche meist Bilder ihrer Innenwelt produzieren, welche durch Logik nicht zu erklären sind und nicht durch gesellschaftliche, künstlerischen Normen beeinflusst werden. Auch die Kinder waren Vorbilder, da auch sie völlig frei nach ihrer Phantasie malen.

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