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Abi-Vorbereitung: Stilllebenmalerei

Der seit dem 17.Jahrhundert vom holländischen "stilleven" abgeleitete Name beschreibt leblose, unbewegte Dinge, Pflanzen oder Tiere als Bildmotive, die speziell nach bestimmten Kriterien vom Künstler angeordnet werden.
Entwickelt hat sich das Stillleben aber schon früher. In der Antike war es durch Wandmalereien verbreitet und erfüllte eine rein dekorative Funktion. Im frühen bis hohen Mittelalter war die Stilllebenmalerei der Sakralkunst verpflichtet (dh. Blumen oder Früchte stehen symbolhaft für religiöse Inhalte), während sie im Spätmittelalter bzw. zur Beginn der Renaissance zum Naturstudium diente. Einen Wendepunkt erlebte die Gattung in der Neuzeit, als man sich vom Sakralen abwendet und auch zum ersten mal als eigenständige Kunstgattung angesehen wird. Während des Barock erlebte das Stillleben seinen Höhepunkt, als es sich besonders durch Vanitasmotive und eine täuschendechte Wiedergabe des optischen Erscheinungsbildes auszeichnete. Hierbei wirkt die unglaublich genaue Detaillierung, besonders bei Spiegelungen oder Lichtreflexen, beinahe peinlich. Es dient auch zur Repräsentation der bürgerlichen Schicht, dh. Bürger lassen Stillleben ihrer Besitztümer anfertigen, um sie ihrem Umfeld zu zeigen. Einen Wendepunkt erlebte die Stilllebenmalerei im 19.Jahrhundert, als z.B. Cézanne oder van Gogh die bisherigen Kunstansichten von Grund auf revolutionierten. Die Symbolik steht nun im Hintergrund, ausschlaggebend sind Farbe, Komposition und Ausdruck. Die Impressionisten beschäftigten sich jedoch weniger mit Stillleben. Eine erneute Blütezeit erlebte die Gattung im 20.Jahrhundert als Hauptthema der kubistischen Kunst. Die "Dinge" werden autonom und bilden die Grundelemente eines Bildes. Im Surrealismus werden Objekte "entmaterialisiert" bzw. entfremdet und außerdem durch unterschiedliche Größenverhältnisse verändert. Die PopArt zeigt großes Interesse an der Wiedergabe lebloser Gegenstände, verzichtet dabei jedoch auf realitätsnahe Detailtreue und gibt die Motive comicartig, plakativ wider. Leuchtende Farben und klar voneinander abgegrenzte Flächen charakterisieren die Malerei hier außerdem.

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