Navigation Menu

Abi-Vorbereitung: Geschichte der Architektur im 19.Jahrhundert Historismus, Ingenieurbauten, Jugendstil

Historismus. Der Historismus orientiert sich an den Stilen der Vegangenheit und ist bekannt für seine ekklektizistischen Prinzipien. Ähnlich dem Klassizismus in der Malerei gehen die Vorbilder bis in die Antike zurück, doch nicht nur griechische, sondern auch gotische Baukunst rückt ins Interessenfeld der Architekten. Man spricht dabei von einem "Gothic Revival". Außerdem hält der Ruinenkult in Europa Einzug und man beginnt künstlich verfallene Häuser und Ruinen zu errichten. Verbreitet war auch der sog. Englische Garten, in welchem die Natur absichtlich unordentlich und wild gepflanzt wurde. Nach außen sollten die Bauten antik, gotisch, romantisch oder wie aus der Renaissance stammend wirken. Im Inneren waren sie jedoch mit moderner Technik ausgestattet.

Ingenieurbauten. Ein Vertreter des Historismus, Gottfried Semper, begann aber die Nachahmung alter Stile abzulehnen und forderte eine neue, funktionale Architektur. In diesem Stadium bildeten Kunst und Architektur eine Einheit. In der Ingenieur-Baukunst löste sich diese Einheit aber auf, da Ingenieure, völlig frei von künstlerischem, vielleicht auch historischen Formvorstellungen waren und sich rein auf das Nützliche konzentrierten. Architektonische Bauten werden zum ersten mal nicht aus althergebrachten, sondern aus völlig neuen Materialien gefertigt, wie Gusseisen und Glas. Die Ablehnung ornamentativer Ausschmückungen durch die Ingenieure lies die Ingenieurbauten in vielen Augen traurig und trist wirken, sodass viel Kritik geübt wurde. Allmählich begann sich der Baustil jedoch durchzukämpfen und Bauten wie z.B. der Eiffelturm in Paris, der zuerst verpönt war, sind heute echte Wahrzeichen.
Jugendstil. Aus der Arts & Crafts Bewegung, welche eine Einheit von Malerei, Plastik und Architektur fordert, entwickelt sich in der Architekturgeschichte der Jugenstil. Im Mittelpunkt stehen zunächst Materialgerechtigkeit, Funktionalität und qualitätvolle, handwerkliche, künstlerische Ausarbeitung in der Möbelierung, sowie der Architektur. Den Organischen Jugendstil charakterisieren besonders dekorative, sich schlängelnde Linien und florale Ornamente. Die Architekten orientierten sich an Formen der Natur. Etwas später in der Geschichte begannen einige Jugendstilarchitekten sich vom organischen abzuwenden und bevorzugten klar strukturierte geometrische Flächen. Bauten unterliegen einer strengen Geometrie, sind blockhaft und kaum mit Ornamenten geschmückt. Bevorzugt werden weiß und schwarz verwendet, auch gerne nebeneinander im Schachbrettmuster.

0 Kommentar(e):