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Abi-Vorbereitung: Darstellung des menschlichen Körpers im 19.Jahrhundert (Romantik)

Während im Klassizismus der menschliche Körper zentrales Element eines Bildes war, begann sich in der Romantik die Natur, welche früher ausschließlich als Hintergrundmotiv galt, in der Landschaftsmalerei zu einer eigenständigen Bildgattung zu etablieren. Der Mensch wurde nun, wenn überhaupt, nur sehr klein und unbedeutend gegenüber der mächtigen, sakralen Natur dargestellt und verliert so an Bedeutung. Die oft verwendeten Rückenfiguren gelten als Identifikationsbrücken für den Betrachter und verschaffen ihm Zutritt in den Bildraum, welcher sonst unnahbar und abgeschlossen wirkt. Wie der Klassizismus orientiert sich die Romantik an einer bereits vergangenen Zeit, an dem Mittelalter. Ein Rückzug in die Natur, die Welt der Träume und der Phantasie, in die Gefühlswelt, in die Religion, in den Kult der Magie. Die Romantiker waren außerdem vom pantheistischen Weltbild überzeugt und gaben deshalb ihren Landschaftsmalereien eine sakrale Ausstrahlung. Eine unberührte, heilige Natur, zu der der Mensch keinen Zutritt hat. Vielleicht deshalb, weil der Mensch ein unmoralisches, sündenvolles Wesen ist und so in einem pantheistischen Bild keine Rolle spielt. Realtistische Darstellung, unheimliche Tiefenwirkungen, hohe Plastizität und sanftes Streulicht charakterisieren romantische Malerei.

Bekanntester Romantiker ist wohl Caspar David Friedrich. Ein Vorreiter-Bild der romantischen Strömung ist sein "Wanderer über dem Nebelmeer", da der Mensch hier noch sehr groß, mächtig und im Mittelpunkt dargestellt ist und auf die Natur "hinabsieht". Typische romantische Gestaltungmittel wie Licht, Tiefenwirkung etc. sind zwar schon vorhanden, aber der Mensch ist hier noch "viel zu wichtig". In späteren Werken Friedrichs wird der menschliche Körper dann sehr klein ("Mönch am Meer") bzw. gar nicht mehr ("Einsamer Baum") dargestellt, da sich die Landschaftsmalerei immer autarker wird.

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