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Abi-Vorbereitung: Kandinsky's Werdegang & Weg in die Abstraktion

Der 1866 in Moskau geborene Wassily Kandinsky beginnt sein Malerdasein erst im Alter von 30 Jahren, als er nach München übersiedelte, wo er beim Jugendstilmaler Franz von Stuck studierte. Zunächst setzt sich Kandinsky mit Motiven aus seiner Heimat auseinander. Die märchenhafte, russische Volkskunst bzw. Folklore ist deutlich in seinem Frühwerk zu erkennen ("Das bunte Leben" links). Die Farben sind verträumt, leuchtend und pastos aufgetragen, wie auf einem Farbteppich oder einem Mosaik, sodass man Kandinskys "Motive Russes" durchaus als postimpressionistisch bezeichnen kann. Angereichert wurde die Phantasie des Malers außerdem durch die Märchenerzählungen seiner deutschen Großmutter. Beeindruckt haben ihn außerdem Claude Monets Bilder und wie die Farbe unabhängig vom Gegenstand für sich selbst spricht.

Ab 1909 lebte Kandinsky mit seiner Lebensabschnittspartnerin Gabriele Münter in Murnau. In dieser Schaffensphase begann der Künstler die Farben auf Blau, Rot und Gelb zu reduzieren und flächig zu malen ("Murnau mit Kirche" rechts). Besonderen Wert legte der Maler auf einen rhythmischen Pinselschwung, welcher Orientierung an der Ornamentik des Jugendstils findet. Die starke Konturierung erinnert an den Cloisonismus Gaugins, der Duktus hingegen an van Gogh. In der Murnauer Zeit beginnt der russische Maler immer mehr in die Abstraktion zu gehen. Die völlige Auflösung des Gegenständlichen erfolgt 1910 in seinem "Abstrakten Aquarell". Die Bildgefüge werden komplexer und die Farbensprache wird immer deutlicher, während Perspektive und Gegenständlichkeit verdrängt werden. Von nun an beginnt Kandinsky's sog. Geniezeit, in welcher er für sich drei Bildtypen erfindet.

Die Impressionen sind aus einem unmittelbaren Eindruck aus der Umgebung entstanden, wie Impression III Konzert, welches nach einem Konzert entstanden ist, als der Künstler noch von den Klängen erfüllt war. Die Improvisationen sind intuitive, abstrakte Bilder, die wie Metaphern eine geistige Aussage enthalten. Wichtig sind hier Farb- und Formsprache. Die Kompositionen unterliegen der Ratio und einem bestimmten System (einer Komposition) und enstehen keineswegs willkürlich. Schwarze Linien wirken wie ein Gerüst, das den Bildraum gliedert. Alle drei Bildtypen zeichnen sich durch ihre enorme Farbigkeit aus, die autonom agiert und nicht durch Konturen auf bestimmte Flächen begrenzt wird. Eine Anlehnung an die Natur ist jedoch immernoch zu erkennen, sodass die Werke noch nicht vollständig abstrahiert sind. 1911 gründen Kandinsky und Marc den "Blauen Reiter" und 1912 erscheint der erste und letzte Almanach der Gruppe, die stark kritisiert wird. Nach Ausbruch des ersten Weltkriegs reist Kandinsky zurück nach Russland und erst 1919 kehrt er zurück nach Deutschland, um dem Ruf ans weimarer Bauhaus zu folgen. Während seines Aufenthalts in seiner Heimat lernte der Künstler von den Konstruktivisten und seine "Kühle Periode" kennzeichnet sich durch geometrische Grundformen, Linien in allen Variationen (gerade, gewellt etc.), Schachbrettmotive und unzählige Wiederholungen im Bildrhythmus. Hier hat sich der Maler entgültig vom Naturbild abgekehrt und nur die Geometrie spielt noch eine Rolle ("Komposition VIII" links). Ab 1933 lebt der Künstler in Frankreich, Paris, wo er sein Spätwerk malte. Die Bildgefüge wurden immer rationeller komponiert und wirken auf den ersten Blick flächig, erzeugen aber durch Überlagerungen Räumlichkeit. Die Bildelemente sind sehr abstrakt und wirken wie Hieroglyphen.

1 Kommentar(e):

Rosé hat gesagt…

Ich mag kandinsky. musste als ich noch in der schule war mal ein referat über ihn halten. schade, dass es da deinen blog noch nicht gab xD
lg rosé