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Interview: Rona Keller

Heute habe ich etwas ganz besonderes für Euch. Ein kleines Interview mit der Photographin Rona Keller (deviantART, facebook, flickr). Rona wurde am 17.September 1990 geboren und kommt aus Tübingen. Der Photographie widmet sie sich seit 2007. Am liebsten mag ich persönlich ihre Selbstinszenierungen. Doch lest & seht selbst.


Wie kamst Du zur Photographie? Und seit wann widmest Du Dich dieser?

Fotografiert habe ich schon immer gerne, wirklich mit Konzept dann aber erst seit Sommer 2007. Über ein Mädchen namens Lena Cramer, das in einem Forum den Link zu ihrer Seite dort gepostet hat, bin ich zu deviantART gekommen. Im April 2008 habe ich mir dann eine Spiegelreflex-Kamera gekauft, und immer mehr ausprobiert und gelernt.

Wer oder was motiviert und inspiriert Dich?
Vor allem mein eigenes Leben, meine Erlebnisse, Gefühle, Gedanken. Mir ist es unglaublich wichtig festzuhalten wie ich im Moment bin und was mich beschäftigt. Am meisten bedeuten und gefallen mir letztendlich auch die Fotos von mir, hinter denen wirklich etwas steckt, die für mich etwas aussagen. Das motiviert mich weiterzumachen und zu versuchen immer mehr von mir selbst in meine Fotos zu stecken.
Natürlich spielen aber auch andere Menschen eine Rolle. Diejenigen, die meine Fotos ansehen und die ich damit vielleicht sogar berühren kann. Und diejenigen, die mich mit ihren Fotos inspirieren.


Gibt es einen Ort, an dem Du Dich am besten Deiner Kunst widmen kannst?
Wo photographierst Du am liebsten?


In der Natur. Wenn ich einmal mit meiner Kamera losgezogen bin entsteht dabei eigentlich immer irgendetwas, leider mache ich das zur Zeit viel zu selten. Wenn ich vor einem Jahr während meines „100 days of summer“-Projekts mal keine Ideen hatte oder unmotiviert war hab ich mir einfach meine Kamera geschnappt und das Haus verlassen, meinen Gedanken freien Lauf gelassen und irgendwie habe ich es dann an den meisten Tagen geschafft etwas zu produzieren, das mir gefällt. Es verändert einfach unglaublich viel in mir drin wenn ich einfach mal aus der gewohnten Umgebung rauskomme, und in der Natur scheint eh alles so anders, so unbeschwert zu sein So habe ich mich auch in meinem letzten Schuljahr von dem ganzen Stress abgelenkt, indem ich einmal in der Woche (damals war ich noch mitten in meinem 52 Wochen Projekt) einfach irgendwohin gelaufen oder gefahren bin und für etwa eine Stunde versucht habe fast alle Gedanken an die Schule abzustellen indem ich Fotos gemacht habe.


Hast Du ein Lieblingsmotiv?
Meine Freunde. Ich liebe es sie und auch manchmal uns alle zusammen mit meiner analogen Kamera zu fotografieren wenn wir unterwegs sind, weil dadurch richtig tolle Erinnerungen entstehen, vollkommen ungeplant und spontan.


Planst Du Deine Photos oder knipst Du „zufällig“?
Beides. Wie schon erwähnt habe ich oft meine analoge Kamera dabei und dokumentiere damit im Prinzip mein Leben und meine täglichen Erlebnisse. Allerdings schreibe ich auch oft Gefühle und Gedanken in mein Notizbuch und überlege mir dann, manchmal Wochen oder Monate später, wie ich diese am besten mit einem Foto ausdrücken kann. Oft, wenn ich nicht die Gelegenheit habe in einem bestimmten Moment Fotos zu machen, hole ich das hinterher nach um mich trotzdem immer daran erinnern zu können. Um ein Foto zu haben, das mich an das Gefühl in diesem Moment erinnert, ohne ihn direkt festgehalten zu haben. Weshalb auch manchmal ein Selbstportrait ein Erlebnis mit anderen Menschen ausdrücken kann, obwohl sie darauf gar nicht zu sehen sind.


Welches Deiner Photos ist Dein Favorit?Das hier:


Es ist ein gutes Beispiel dafür was ich oben beschrieben habe. Es behandelt ein Gefühl, das ich hatte als ich 15 war. Entstanden ist es aber erst letztes Jahr, also mit 19. Warum ich es so gerne mag liegt wohl an der Kombination von tatsächlicher Darstellung (meine Lieblingsschuhe, ein wunderschönes Feld, das Licht und eins meiner typischen „headless“ Motive) und persönlicher Erinnerung an das durch den dazu geschrieben Text ausgedrückte Gefühl


(we were fifteen and we spent time together until it got light outside and we drank your self made and I didn't notice I liked you in that kind of way).




Was bedeutet Kunst für Dich?
Kunst ist für mich eine Möglichkeit auszudrücken was ich viele Jahre lang nicht sagen konnte. Seit ich angefangen habe für meine Fotos Texte zu schreiben habe ich gemerkt, dass ich auch viel besser mit anderen Menschen über mich und meine Gefühle reden kann, aber früher war das anders. Von Anfang an habe ich die Kunst genutzt um zu verarbeiten, mich zu erinnern, mich noch ausführlicher mit etwas zu beschäftigen oder auch etwas für einen Moment zu vergessen. Ich bin fasziniert davon wie viele Facetten es gibt und dass man im Prinzip immer irgendetwas Neues machen kann, was einen wieder ein Stück weiter bringt. In der eigenen Kunst, und auch im Leben.




Hast Du ein Vorbild? Wenn ja – wen?
Vor allem Fotografen in meinem Alter, die ich über flickr und deviantart kennen gelernt habe und mit denen ich teilweise auch mehr zu tun habe. Ich habe mittlerweile so viele Favoriten und es kommen ständig neue dazu, deshalb beantworte ich solche Fragen immer mit denjenigen, die mir in diesem Moment als erstes in den Sinn kommen. Zur Zeit sind das Kitty Gallannaugh, Laura Zalenga, Felicia Simion, Marta Bevacqua und Noukka Signe. Das sind jetzt aber wirklich nur wenige, die mich seit einiger Zeit begeistern.




Was machst Du sonst in Deiner Freizeit?Wenns geht möglichst viel Zeit mit meinen Freunden verbringen, was leider im Moment etwas zu kurz kommt. Ich könnte den ganzen Winter auf der Piste verbringen, da ich für mein Leben gern Snowboard fahre. Außerdem gehe ich seit einiger Zeit regelmäßig joggen und springe Trampolin. Und ich liebe Sprachen, ich versuche fast täglich meine Kenntnisse zu verbessern indem ich mit anderen Menschen Englisch und Französisch rede und schreibe, viele englische (und mittlerweile auch französische) Bücher und Texte lese und Filme und Serien anschaue und ständig neue Wörter nachschlage.




Welche Pläne hast Du in nächster Zeit was Deine Photographie angeht?
Ich will mich vor allem den ganzen Gedanken widmen, die ich während meiner 5-monatigen Au Pair Zeit in Frankreich aufgeschrieben habe und für die ich bisher noch kaum Fotos gemacht habe. Ich habe unglaublich viele Ideen, aber oft fehlt im Moment einfach die Motivation oder der nötige Glaube an mich selbst. Dieses Tief will ich möglichst schnell überwinden. Ich habe noch Fotos von 6 Filmen, die ich in Frankreich voll gemacht habe, und aus denen ich einen Blogpost mit vielen Texten und Erklärungen machen will. Außerdem habe ich gestern erst 3 neue zum Entwickeln gebracht, deren Fotos dann bald alle eingescannt werden müssen. Generell möchte ich meine digitale Kamera wieder öfter benutzen, sowohl im täglichen Leben als auch und hauptsächlich um eben diese oben erwähnten Ideen alle umzusetzen, weil mich fast nichts so glücklich macht wie ein fertiges Foto, in dem so viel von mir selbst steckt. Es sind also nicht unbedingt neue Projekte oder Serien für die nächste Zeit geplant, einfach nur der Weg zurück zur täglichen Inspiration, und zum Wunsch jede freie Minute zum Fotografieren nutzen zu können.

Hast Du Tipps für einen angehenden Künstler / Photographen und solche die es werden wollen? Was könntest Du ihnen raten?

Ich denke auf diese Frage gibt es eine Antwort, die fast immer genannt wird: Fotografieren, Fotografieren, Fotografieren (bzw. Zeichnen oder welche Art von Kunst auch immer). Am Anfang vielleicht wirklich einfach alles was man entdecken kann, was einem gefällt. Und irgendwann wird man sich ganz von selbst darüber bewusst was man vor allem festhalten will, dann heißt es sich auf diesen Gedanken konzentrieren und genau das ausführen um sich weiterentwickeln zu können.


Bilder: © Rona Keller

5 Kommentar(e):

Annie hat gesagt…

Super Bilder :) Richtig schön!
Liebst
Annie von
http://pretaporterbyannie.blogspot.com/

Anonym hat gesagt…

Hallo Luisa, vielen Dank, durch Deinen Kommentar bin ich auf Deinen Blo aufmerksam geworden. Gefällt mir gut, ist sehr ansprechend! l.g. Andreas Mattern

Helen hat gesagt…

Hallo Luisa,

mein erster Eindruck ist auch sehr gut von Deinem Blog, man merkt, dass Du Dich intensiv mit Kunst beschäftigst und recherchierst. Ich werde sicher noch tiefer hier eintauchen, sehr interessant! l.g. Helen (PizzakartonArt)

micha hat gesagt…

Wirklich schöne natürlich Bilder
Michael von http://schrott-kunst.blogspot.com

micha hat gesagt…

Wirklich schöne natürliche Fotos
Michael von http://schrott-kunst.blogspot.com