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Mario Vargas Llosa - Das Paradies ist anderswo

In diesem Post habe ich das Buch "Das Paradies ist anderswo" von Mario Vargas Llosa erwähnt. Der Roman schildert das Leben des Malers Paul Gauguin und seiner Großmutter, der Sozialistin und Frauenrechtlerin Flora Tristan im Doppelportrait. Zentrale Thematik sind dabei die utopischen Vorstellungen der beiden Personen, die sie geradzu krampfhaft verwirklichen wollen. Während die 1803 geborene Flora Tristan von einer gerechten Welt, ohne Ausbeutung der Arbeiter und Frauen träumt, wünscht sich ihr 1848 geborener Enkel Paul Gauguin ein "Wilder" zu sein, völlig frei von Pflichten, Verantwortung und Gewissen. Er bricht aus seinem geregelten Leben als gutverdienender Bankier aus, verlässt seine Frau, seine fünf Kinder und Paris. Ähnlich seine Großmutter etliche Jahre zuvor. Von ihrem Ehemann misshandelt und ausgebeutet flüchtet sie nach nur vier Jahren Ehe, um gegen diese Grausamkeit vorzugehen und Gerechtigkeit für Frauen einzufordern. Sie veröffentlicht einige Schriften (Reiseberichte etc.) und zieht in der ganzen Welt umher, um Menschen für ihre "Arbeiterunion" zu begeistern, einer Vereinigung, die neben Rechten für Arbeitnehmer auch für eine neue Rolle der Frau eintritt. Doch letztlich scheitern beide... oder vielleicht doch nicht?


Der Roman ist unheimlich fesselnd und vermischt auf kanpp 500 Seiten historische Tatsachen mit Fiktion. Das ständige Wechseln in der Erzählperspektive bringt Abwechslung und "erfrischt" das Buch. Während die Protagonisten einmal im inneren Monolog sprechen, werden die Geschehnisse in den nächsten Zeilen passiv von einem auktorialen Erzähler geschildert. Mario Vargas Llosa beschreibt auch die Zeitumstände gut. Vom Aufbruch der beiden Helden, bis hin zu ihrem Tod stellt der Autor alles genaustens dar, sodass man sich unheimlich leicht in die Personen hinein versetzen kann. Wie unterhaltsam historische Tatsachen doch sein können... Dass man für dieses Buch 2010 den Nobelpreis für Literatur verlieht, verstehe ich nur zu gut!
Bestelle das Buch hier. P.S macht sich in den "Sommermonaten" gut!

1 Kommentar(e):

susannehaun hat gesagt…

Ich mag das Buch auch sehr, Luisa!
Danke, dass du darauf hingewiesen hast, ich habe es nochmals aus meinem Bücherregal herausgezogen und einige stellen nachgelesen.

Ich mag aber auch Gauguins Bilder, die in der Bretagne entstanden. Es gibt ein Buch im Dumont Verlag, das heißt "Tafel der Wonnen" - Auf den Spuren von Paul Gauguin, es beinhaltet Fotos, Rezepte und Bilder und ich mag es auch sehr. Kennst du es?

Grüße aus Berlin sendet dir Susanne