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Lytrokamera - Scharfstellen erst am Computer?

Trotz der Digitalisierung der Photographie, wodurch vieles einfacher wurde, bleibt eines oft schwer: die richtige Fokussierung im richtigen Moment. Unscharfe Aufnahmen sind nicht selten, da man entweder "zu langsam" fokussiert, oder als Amateurfotograf noch nicht richtig dahinter gekommen ist. Dieses Problem wird jetzt mit sog. Lytrokameras gelöst.
2006 erklärte der australische Computerwissenschaftler Ren Ng sein Konzept der Lytrokamera in seiner Doktorarbeit an der Stanford University. Dank der neuen Kameras kann einfach drauf los geknipst werden, ohne auf die richtige Fokussierung des Objektivs zu achten. Unscharfe Aufnahmen können problemlos am PC scharf gestellt werden, d.h. die Tiefenschärfe kann nachträglich beliebig verändert werden. Möglich wird dies durch ein Gitter von Mikrolinsen, die sich vor dem lichtempfindlichen Bildsensor befinden und das Licht, je nach dem aus welcher Richtung es einfällt, unterschiedlich ablenken/auffächern. Bei herkömmlichen Kameras werden die einzelnen Lichtstrahlen vom Objektiv gebrochen und auf einen einzigen Punkt des Sensors gelenkt. Liegt dieser Punkt auf der Sensor-Oberfläche, erscheint ein Objekt scharf, liegt der Punkt daneben, muss anders fokussiert werden. Die Lytrokamera differenziert, ob ein Lichtstrahl durch die Mitte der Linse, oder vom Rand her kommt. So gibt es mehrere Bildpunkte und nicht nur einen einzigen, auf welchem alle Strahlen gebündelt werden. Allerdings benötigt diese Technik einen enormen Rechenaufwand, da die Software zunächst feststellen muss, welche Punkte überhaupt zusammen gehören. Das macht den Bau der Lytrokamera ziemlich komplex. Außerdem wird die Bildauflösung leiden, da die neuen Kameras durch die Anzahl der Mirkolinsen und nicht der der Pixel auf dem Chip definiert wird. Deswegen muss die Kamera verhältnismäßig viel mehr Pixel besitzen. Doch durch eine zu hohe Anzahl steigt auch das Rauschverhalten. Lytrokameras sind also nur für diejenigen, die kaum Wert auf Bildqualität legen. Zudem wird natürlich auch die Bildbearbeitung am Computer viel schwieriger und zeitaufwändiger. Die ersten Lytrokameras sollen noch dieses Jahr als Kompaktkameras auf den Markt kommen und werden wohl einige hundert Dollar pro Stück kosten. Genaue Angaben zu Datum und Preis sind jedoch nicht bekannt. Ein Verkauf an Großkonzerne (Canon, Nikon etc.) ist (noch) nicht in Planung.
Doch seien wir mal ehrlich - einfach fotografieren, ohne auf irgendetwas zu achten, dann am Computer bearbeiten und schon hat man ein super Bild - das ist doch DER Traum eines jeden Amateurfotografen, oder? Nunja, ich für meinen Teil finde Lytrokameras nicht unbedingt reizvoll. Sicher ist es von Vorteil, wenn man spontan eine Bewegung etc. festhalten will und keine Zeit mit der Fokussierung verschwenden muss (meist ist der ultimative Moment schon längst vorbei, bis man mit der Tiefenschärfe hinterher kommt), aber was macht man dann überhaupt noch, außer knipsen? Mit dem Fokus spielen ist doch mit das Schönste beim Fotografieren, oder?
Eure Meinungen dazu bitte :-)


Quelle: Neue Züricher Zeitung am Sonntag, 31.Juli 2011 / Seite 50 / Artikel von Andreas Hirstein

2 Kommentar(e):

Luísa Lión hat gesagt…

hmm--interessanter aartikle also an sich ne coole entwicklung aber irgendwie auch überflüssig oder? Wenn die bildqulai daran leidet fragich mich für wen sowas gut wär?

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Tanja hat gesagt…

vielen lieben dank für deinen supernetten kommentar :) ich finde marienkäfer auch ganz super, nur leider sind sie ziemlich schnell, so dass es gar nicht so einfach ist, sie zu fotografieren :D
ein macro-objektiv ist übrigens wirklich toll, ich fotografiere derzeit fast ausschließlich damit :)

alles liebe!