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Vernissage: Hasso von Henninges

Gestern Abend besuchte ich die Vernissage zur Ausstellung von Hasso von Henninges, unter dem Motto: "einmal nur etwas Stille und nicht zu grelles Licht" in den Galerieräumen des Kronacher Kunstvereins. Eingeführt wurde von Dr.Marina von Assel aus dem Kunstmuseum Bayreuth, an deren Vortrag ich mich im Nachfolgenden orientiere. Geboren wurde Hasso von Henninges 1943 in Berlin, seit 1974 lebt er in Nürnberg. Verheiratet ist er mit der SPDlerin Renate Schmidt.

Zu Beginn seines künstlerischen Schaffens verwendete von Henninges ausschließlich Schwarz und Weiß - also hell und dunkel, im übertragenen Sinn gut und böse. Er liebte hohe Hell-Dunkel-Kontraste, was an expressionistische Holzschnitte erinnert, die ebenfalls mit Unfarben Spannung erzeugten. Irgendwann fügte der Künstler Rot hinzu, welche als Assoziation für Wärme, Blut, also Leben und Bewegung, steht. Dann addierte von Henninges noch Grau, um die Rückführung zum Ursprung zu verdeutlichen, da Grau bekanntlich die Summe aller Farben ist. Erst auf Lanzarote entdeckte der Künstler die Erdfarben, die heute seine Werke ausmachen. Die Pigmente werden beispielsweise aus Erde, Gestein oder Mineralien gewonnen und sind teilweise mehrere millionen Jahre alt. Die Farben sind also nicht chemisch erzeugt, sondern sind rein natürlich, was ihre beruhigende, harmonische Wirkung unterstreicht. Nun bemüht sich der Künstler, Farbharmonien zu erzeugen, die sich positiv auf den Betrachter auswirken, ihn z.B. beruhigen und ähnlich einem Ton (Farbklang) in den Raum hinein klingen. Durch diese Wirkung teilt ein Bild im übertragenen Sinn Stimmungen oder Gefühle mit, man kann fast sagen, es wird dem Publikum zum Gegenüber, dem es sich mitteilt. Hasso von Henninges sagt über sein Schaffen selbst, dass er der Farbe Form geben möchte, sie dabei aber nicht in eine feste Form zwängen will. Er will die Farbe unabhängig von einem Gegenstand verwenden und reduziert seine Werke daher auf das Wesentliche: die Farbe. Es gibt keine formale Ablenkung. Für von Henninges ist die Malerei außerdem ein Handwerk. Er stellt seine Farben sozusagen selbst her, indem er die Pigmente mit einem Bindemittel auf raues Papier etc. aufträgt. Für diese Arbeit hat er die verschiedensten Techniken. Ausstellungen des Künstlers sind meist Rauminstallationen und sehr sparsam. D.h er geht sparsam mit den Exponaten um, sparsam mit der Form und sparsam mit der Farbvariation. (Dr.Marina von Assel)

Die Ausstellung ist wirklich klasse. Ich glaube, es ist sehr schwer sich das vorzustellen, aber die Bilder haben eine enorme Wirkung. Bei kontemporärer Kunst lässt sich bekanntlich immer üben den Kunstgehalt streiten, aber diese Bilder erfüllten ihre Aufgabe und strahlten "einmal nur etwas Ruhe" aus - daher zweifle ich keineswegs daran, dass es wirklich geniale Kunst ist. In der Vernissage zu sitzen glich einer Medidation. Es ist schwer zu beschreiben. Außerdem passt sowohl die ruhige Stimmung, als auch die Farbigkeit sehr gut zur Jahreszeit: Herbst.

P.s wenn ich Ausstellungen, Museen oder Vernissagen besuche und ihr dabei sein wollt, folgt Farbwahn bei Twitter (klick hier). Ihr werdet nichts mehr verpassen und immer sofort die neusten Infos und Bilder sehen, noch bevor sie auf dem Blog erscheinen.
Weitere Links: http://www.hassovonhenninges.de/ || http://kunstverein-kronach.de.tl/

2 Kommentar(e):

Antonia-Ivana hat gesagt…

klasse Umsetzung des Themas der Vernissage! Ich war wirklich gespannt, wie es umgesetzt wird, und siehe da - die Umsetzung begeistert mich.

www.antoniaivana.blogspot.com

KEF! hat gesagt…

Interessante Sache!