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Bode-Museum & die "Gesichter der Renaissance"

Nach sage und schreibe sechs Stunden Wartezeit traten wir heute den Gang in die zur Zeit wohl beliebteste Ausstellung überhaupt ein: Die "Gesichter der Renaissance" Sonderausstellung mit 150 beeindruckenden Werken der italienischen Portraitkunst aus dem 15.Jahrhundert. Herzstück dabei DaVincis "Dame mit dem Hermelin" aus dem Czartoryski-Museum in Krakau, Polen. Allein dieses zu damaliger Zeit revolutionäre Gemälde des Universalgenies war die lange Wartedauer wert. Bedauerlicherweise ist das Gemälde nur noch bis zum 31.Oktober 2011 im Berliner Bode-Museum zu bewundern. Alle anderen Werke werden bis zum 20.November bleiben.

Der Kurator der erfolgreichen Sonderausstellung, Stefan Weppelmann, organisierte unzählige Werke u.a. aus New York, Mailand, Neapel, Florenz oder direkt aus der Berliner Gemäldegalerie. Diese besagte Ausstellung ist übrigens die erste ihrer Art, da es vorher noch nie geschah, dass so viele Portraits aus der Renaissance-Zeit aufeinander trafen, nebeneinander hingen, verglichen und ihre Entwicklung nachvollzogen werden konnte. Gegliedert war die übrigens auch optisch repräsentativ aufgemachte Ausstellung nach der regionalen Herkunft der Konterfeis. Grob gesagt u.a. mit den Oberbegriffen "Florenz", "Venedig", "italienische Höfe". Beeindruckend waren neben der "Dame mit dem Hermelin" auch die gut vertretenen Portraits Botticellis. Besonders eindrucksvoll dabei die beiden Abbildungen der "Simonetta Vespucci" (Bilder links und rechts)- bei denen vereinzelte Kunsthistoriker ja bezweifeln, dass es sich auf beiden Bildern jeweils um die selbe Person handelt - ich schließe mich dieser Überlegung übrigens an. Weitere faszinierende Renaissance-Maler in der Ausstellung waren z.B. Antonio del Pollaiolo, Andrea del Castagno, Davide Ghirlandaio, Lorenzo di Credi, Filippino Lippi, Lorenzo Costa, Giovanni Ambrogio de Predis, Andrea d'Assisi, Vinenzo Foppa oder Jacometto Veneziano. Äußerst interessant waren auch die Skizzen und Zeichnungen, welche ebenso virtuos ausgearbeitet wurden, wie die Malereien und auch die unzähligen Büsten und Medaillen waren ein wahres i-Tüpfelchen und komplettierten das Gesamtbild einer Ausstellung einer vielfältigen Epoche: der Renaissance. Die Dauerausstellung des Bode-Museums zeigt übrigens Säulen, Altäre, Plastiken und sonstige Schätze aus der Zeit der Gotik. Architektonisch ist das Bode-Museum, ganz im Westen der Berliner Museumsinsel, direkt am Spree-Ufer, auch sehr eindrucksvoll.

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