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C/O Berlin: Talents25 Vernissage "In Broad Day" mit Mirko Martin & Melanie Martin

Am vergangenen Freitag, 07.Oktober 2011 besuchte ich die Talents25-Vernissage im C/O Berlin. Seit 2006 fördert das C/O Berlin, Museum für Gegenwartskunst, mit "Talents" junge Fotografen und Kunstkritiker. Und das vier mal im Jahr. Wie auch Museumspräsident Matthias Hader bei der Vernissage sagte, handelt es sich bei "Talents" um einen Dialog zwischen Kunst und Kunsthistorik. Ausstellender Fotograf war dieses mal Mirko Martin
, welcher 1976 in Sigmaringen geboren wurde und durch Stipendien die Möglichkeit bekam, nach Los Angeles zu reisen (2008), wo er vorwiegend an Filmsets fotografierte. Dabei tauchen immer wieder Absurditäten oder zusammenhangslose, unerklärliche Situation in den Bildern auf, wenn man nicht weiß, dass die Fotos zufällig an Filmkulissen entstanden sind. Es kommen dann Fragen auf, wie: "was soll das?" - "wie ist das passiert?" - "warum ist das so?". Der Betrachter sucht vergeblich nach Entstehungshinweisen, denn in Martins Bildern gibt es keinerlei Informationen, wie z.B. ein fotografiertes Auto auf dem Dach gelandet ist, oder warum ein verletzter Mann auf der Straße von Passanten nicht beachtet wird. Außerdem zielt es der Künstler auf den sog. "Erinnerungseffekt" ab, welcher entsteht, wenn man die fotografierten Szenen irgendwann in einem Film wieder sieht, oder umgekehrt. Der Fotograf möchte des weiteren auf die Omnipräsenz der Massenmedien hinweisen, da heutzutage alles und überall dokumentiert wird.
Eröffnet wurde die Vernissage durch Melanie Martin, welche 1980 geboren wurde und Kunst-/Medienwissenschaften studierte. Bereits in ihrem Studium und auch während eines Volontariats verfasste sie Katalogbeiträge und ähnliches. Durch ein Interview, sowie gute Zusammenarbeit mit dem ausstellenden Fotografen Mirko Martin, hatte sie genug Informationen gesammelt, um sowohl professionell, als auch gut verständlich in die Ausstellung einzuführen. Die Ausstellung trägt den Namen "In Broad Day" - zu deutsch: "am hellichten Tag", "auf offener Straße". Die Bilder stammen aus der Fotoreihe "L.A Crash". Zunächst erläuterte die Kunsthistorikerin Melanie Martin kurz die Geschichte der Filmindustrie in LA. Anschließend sprach sie den "Erinnerungseffekt" der Exponate an, welcher bezwecken soll, dass der Betrachter aktiv die gesehene Fotografie mit seinem Bildgedächtnis abgleicht und hinterfragt. Melanie Martin erwähnte auch, dass Mirko Martin nicht die Reichen und Schönen von Los Angeles dokumentiert, sondern vielmehr den Rand der Gesellschaft.

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