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DalíBerlin - Die Ausstellung am Postdamer Platz

Heute besuchte ich DalíBerlin direkt am Potsdamer Platz. Die Ausstellung, welche seit 2009, anlässlich des 20.Todestags Dalís und dem 20.Jahrestag des Mauerfalls, als Dauerausstellung angelegt wurde, beinhaltet rund 450 Exponate aus dem graphischen Œuvre des spanischen Surrealisten Salvador Dalí. Salvador Dalí wurde am 11.Mai 1904 in Figueras geboren und wurde nach seinem 9 Monate und 10 Tage vorher verstorbenen Bruder benannt: Salvador. Auf Grund dieser Tatsache fühlte sich der Künstler zeitlebens als Fälschung. Sein künstlerisches Talent wurde von Beginn an gefördert und schon als Kind durfte sich Dalí auf dem elterlichen Dachboden ein Malstudio einrichten. Bereits mit 13 Jahren organisierte der Spanier 1917 eine Ausstellung im Hause seiner Eltern und bereits im Folgejahr nahm Dalí an einer Gruppenausstellung lokaler Künstler im örtlichen Stadttheater teil. 1922 waren 8 seiner Bilder in Barcelona ausgestellt und drei Jahre später, 1925, erhielt der junge Maler seine erste Einzelausstellung in der Galerie Dalmau Barcelona. Seine Werke wurden gefeiert und selbst Pablo Picasso, welchen Dalí in Paris besucht, lobte die Arbeiten. Hört man heute den Namen "Salvador Dalí", so denkt man instinktiv an seine virtuos, mit altmeisterlicher Päzesion gemalten surrealistischen Bilder, welche ihn weltweit berühmt machten. Doch Dalís Gesamtwerk besteht nicht nur aus ebendiesen Gemälden, sondern fasziniert auch durch den breitgefächerten Fundus an graphischen Arbeiten, welche in Punkto Virtuosität den Ölgemälden des Surrealisten in nichts nachstehen. 450 ausgewählte Blätter sind seit 2009 in der Dauerausstellung DalíBerlin am Potsdamer Platz in Berlin zugänglich. Betritt man die Ausstellungsräume, entdeckt man zunächst die Druckwerkzeuge Dalís. Im ersten Raum begeisterte mich vorallem die Bildserie "Le Tricorne - Der Dreispitz" aus dem Jahre 1959.

Die Serie umfasst 20 Xylographien ohne speziellen Einzeltitel und verbildlicht die gleichnamige Novelle von Pedro de Alarcons. Kennzeichnent für diese Bilder sind präzise dargestellte Schmetterlinge, die metaphorisch für Schönheit und Verwandlung stehen. Ansonsten zeichnen sich die Xylographien durch extreme Farbigkeit aus. Auch die 1970 entstandene Reihe "Tristan und Isolde", welche aus 21 Farbkaltnadelnradierungen besteht, zeugt von Dalís Genie bei der freien Linienführung. Die Farbgebung war hierbei sehr dezent und nur auf wenige Flächen begrenzt. Die 21 Kaltnadelratierungen mit Roulette zum Thema "Faust, Walpurgisnacht" (1968/69) hingegen wiesen keine Farbigkeit auf und kennzeichneten sich durch makabere Körperformen und Konturen. Am besten gefielen mir "L'Illuisioniste - Der Zauberer", "Reitende Hexen", "Tête de veau - Bocksteufel" und "Femme au cochon - Frau mit Schwein". Im ersten Raum des OG waren zunächst drei faszinierende Mixed-Media Graphiken zur "Apokalypse (Offenbarung) des Hl. Johannes" aus dem Jahre 1961 zu sehen. Hier ist besonders die Entstehung interessant: Dalí erhielt den Auftrag der Visualisierung des Offenbarungs-Textes und stellte drei Bilder fertig. Für die ersten beiden Bilder bastelte der Künstler eine mit Nägeln gefüllte Bombe, welche er auf Kupferblatten explodieren lies. Dalí erzeugte so ein Happening. Die Nägel drückten sich die Kupferblatten und so konnte der Spanier Kupfersrichabzüge davon machen. Das dritte Bild entstand durch traditionelle Kaltnadelradierung. Im OG begeisterte mich besonders Dalís 1970 entstandene Bildserie zur Oper "Carmen". 24 farbenfrohe Lithographien verbildchen die Geschichte von Carmen, Don José und Escamillo. Die Bilder weisen eine enorme Farbintensität auf und faszinieren durch den Gegensatz von perspektivisch korrekter, sowie präziser Raumdarstellung und den nur schemenhaft, abstrakt angedeuteten Personen. Aus dieser Reihe gefielen mir besonders "Platz in Sevilla", "Harfenspielerin", "Lillas Pastias Taverne", "Don Josés Blumengesang", "Lied des Stierkämpfers", "Carmen singt Zigeunerlieder", die wunderschöne in Grüntönen gehaltene "Gebirgsszene" (links), "Treffen der Schmuggler", das beinahe expressive "Die Karten sagen Carmens Tod voraus" und "Escamillos Ehrung". Das Werk "Die Habanera" (rechts) war mein persönliches Highlight. Nicht nur in der Carmen-Reihe, sondern in der kompletten Ausstellung. Unheimlich tolle Farbverläufe, intensive Farben und eine nur schmenhafte Personenumrisse machen die Lithographie für mich besonders. Einen großen Teil der Ausstellung nahm auch Dalís Serie zu "Die göttliche Komödie" ein. Bestehen aus 100 Xylographien erzählen die Werke aus dem Jahre 1960 die gleichnamige Geschichte nach dem Italiener Dante Alighieri. Wunderschön fand ich persönlich auch die Reihe "Alice im Wunderland" aus dem Jahre 1969. Sie besteht aus einer Radierung und 12 Heliogravuren mit Holzschnitten. Das verrückte "Wunderland", in welches die Protagonistin "Alice" in Charles Lutwidge Liddells Geschichte gelangt, ist eine beliebte Inspirationsquelle für Surrealisten. Dalí fertigte die 13 Illustrationen für die '69 erschienene Buchausgabe von Lewis Carroll in New York an. Kennzeichnend für diese Bildreihe ist wieder die Farbenfröhlichkeit und die interessanten Farbverläufe. Zentrales Motiv bzw. Remarque ist der Holzschnitt eine seilspringende "Alice", welcher in allen Bildern vorkommt. Ein weiterer Höhepunkt waren auch die ausgewählten Skulpturen Dalís. Ausgestellt waren "Lilith", "Der surrealistische Engel", die Brozefigur "Venus von Milo mit Schubladen", der "Minotaurus" oder der "Christ de san Juan de la cruz" aus Sterling Silber.
Alles in Allem ist die DalíBerlin Ausstellung eine gute Möglichkeit, den Surrealisten par excellence Salvador Dalí von einer anderen Seite kennenzulernen. Zwar ist die surrealistische, verrückte Note der paranoisch-kritischen Methode auch in den Graphiken deutlich zu erkennen, aber dennoch bildet das graphische Œuvre eine interessante Abwechslung zu Dalís Gemälden.

http://www.daliberlin.de

2 Kommentar(e):

Sonja hat gesagt…

Vielen Dank, liebe Luisa, da hast Du wieder einen tollen Beitrag gepostet!

Wünsche Dir einen schönen Tag!
Sonja

Merla hat gesagt…

Hey, ja die habe ich gelesen und eigentlich war ich auch der Meinung dass ich geantwortet hätte, aber vll hab ich auch echt verpennt auf "senden" zu drücken ^^