Navigation Menu

Helmut Newton Stiftung: Museum für Fotografie - Private Property & Polaroids

Das Museum für Fotografie der Helmut Netwon Stiftung öffnete erstmals 2004 seine Tore in der Berliner Jebensstraße und bietet seitdem allen Fotografiebegeisterten Einblick in die Arbeit des berühmten Akt- und Modefotografen Helmut Newton. Ebendieser wurde am 31.Oktober 1920 als Helmut Neustädter und Jude in Berlin geboren.
1938, mit 18 Jahren, wandert er, aufgrund der sich immer weiter zuspitzenden Judenverfolgung durch den Nationalsozialismus, nach Singapur und anschließend nach Australien, aus. Dort ändert Helmut Neustädter seinen Nachnamen zu "Newton". 1948 heiratet er June Browne, eine Schauspielerin und Fotografin (Künstlername: Alice Springs). Newton etablierte sich rasch zu einem der berühmtesten Akt- und Modefotografen, lichtete neben bildhübschen Models auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, wie z.B. den jungen Karl Lagerfeld (1973) oder den Pop-Art Künstler Andy Warhol (1976), ab. Fotografiert hat der Künstler am liebsten mit Sofortbildkameras, da er es nicht leiden mochte, lange auf seine Bilder zu warten. Im Erdgeschoss des Museums für Fotografie sind so beispielsweise Kameramodelle, Objektive, Reflektoren, Stative, Rucksäcke, Requisiten (z.B. Schuhe der Models) und sonstige Gegenstände Newtons zum Fotografieren ausgestellt. Auch viele Briefe, Auszeichnungen, Kleidungsstücke oder private Fotos (z.B. Bilder von Newtons Krankenhausaufenthalt in New York, nach einem Herzinfakt) geben Einblick in das Leben des in Berlin Geborenen. Auch eine wirklichkeitsgetreue Nachbildung von Newtons Arbeitszimmer, nach einer Fotografie von Stefan Müller aus dem Jahre 2004, ist zu sehen. Im ersten Obergeschoss befindet sich (momentan) die Polaroid-Ausstellung.Zahlreiche Vergrößerungen der kleinformatigen Originale geben Einblick in die kunstvolle Arbeit Newtons. Seine Aktdarstellungen wirken meist grotesk. Dabei aber immer auch provokativ und wahnsinnig direkt. Schonungslos setzt der Fotograf seine Models in Szene. Zoomt auf ihre Brüste und betont besonders die Beine. Und die meist ohnehin schon langen, schlanken Beine der Frauen scheinen durch die faszinierende Kameraperspektive (oft Froschperspektive) geradezu ins Unendliche verlängert zu werden. Außerdem lenkt der Künstler auch durch Headless-Motive die Aufmerksamkeit auf die Beine. Die Erotik wird dabei beispielsweise durch enge Nylonstrumpfhosen als einziges Kleidungsstück betont. Des Weiteren unterstreicht ein meist extremer Hell-Dunkel-Kontrast die Ausdruckskraft zusätzlich. Auch Newtons erotische Fotografien haben einen hohen Kunstgehalt - der Künstler selbst sagt auch aus, dass er sich mit seinen Arbeiten klar von der Pornographie abheben möchte, was ihm, auch meiner Meinung nach, durchaus gelungen ist. Außerdem sagt Newton über seine erotischen Aktfotografien: "Das einzig Positive, das man über meine Fotos sagen kann: sie sind scharf" - und das sicher nicht nur im Hinblick auf die Tiefenschärfe. Mit seinem ganz eigenen Stil schaffte es der Fotograf mit seinen Bildern u.a. in die französische, amerikanische oder italienische Vogue, die Elle, Vanity Fair oder natürlich in den Playboy, in unzählige Galerien weltweit, sowie in viele Kalender. Besonders häufig fotografierte Newton auch für die Modelabel Yves Saint Laurent, Blumarine oder Thierry Mugler, um nur einige zu nennen. Viele der Polaroids für diese Firmen, Labels oder Magazine befinden sich im Museum für Fotografie. Ausgestellt sind des weiteren Newtons "Private Property" - 3 Portfolios aus schwarzem Faserkarton, welche je 15 Fotografien im Format 30x40 cm enthalten, welche zwischen 1972 und 1983 entstanden sind und die drei Hauptgenres von Newtons Fotografie zeigen: Mode, Portrait, Erotik. Gestorben ist Helmut Newton 2004 in Hollywood, LA, als er die Kontrolle über seinen Wagen verlor und gegen eine Mauer fuhr. Unzählige Zeitungsartikel aus verschiedenen Ländern, in unterschiedlichen Sprachen, bringen den Besuchern im Museum für Fotografie so selbst den tragischen Tod des Helmut Newton nahe.
p.s Bilder aus Newtons Serie "Big Nudes" befinden sich momentan auch im C/O Berlin. Hier klicken und Artikel lesen.

1 Kommentar(e):

Sonja hat gesagt…

Klasse, liebe Luisa!

Wünsche Dir ein schönes Wochenende,
Sonja