Navigation Menu

Noch bis 31.10.: Hokusai im Martin-Gropius-Bau Berlin.

Die Hokusai-Retrospektive-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau Berlin wurde zwar bis zum 31.Oktober verlängert, doch ich wollte sie trotzdem noch so schnell wie möglich besuchen. Spontan bin ich heute Nachmittag also zum Potsdamer Platz gefahren. Und ich kann diese Ausstellung japanischer Drucke vom Künstler Hokusai ebenso empfehlen, wie die Dalí-Ausstellung. Da die beiden Häuser auch ziemlich nah beieinander liegen, lässt sich das gut kombinieren.
Katsushika Hokusai wurde vermutlich 1760 in Edo (heute Bezirk Sumida in Tokio) geboren und zählt heute mit seinen typisch japanischen Druckgraphiken zu den bedeutensten Künstlern des sog. "Ukiyo-e". Die 440 Exponate stammen direkt aus Japan, (viele) haben das Land noch nie vorher verlassen und befinden sich größten Teils in Privatbesitz. Drei unumstrittene Gründe die Gelegenheit zu nutzen und den berliner Martin-Gropius-Bau aufzusuchen. Außerdem handelt es sich bei "Hokusai. Retrospektive" um den allerersten Rückblick auf das Lebenswerk eines japanischen Künstlers in Deutschland. Geordnet und gegliedert sind die Werke nach den verschiedenen Schaffensphasen Hokusais, in welchen der Künstler seine Arbeiten jeweils mit einem anderen Künstlernamen signierte (insgesamt gab er sich in seinem Leben 30 verschiedene Namen). Somit ist ein übersichtlicher Nachvollzug seiner künstlerischen Entwicklung selbst für Laien möglich. Höhepunkt der Ausstellung waren gewiss die "36 Ansichten des Berges Fuji", zu welchen auch Hokusais berühmtester Mehrfarbendruck "Die große Welle vor der Küste bei Kanagawa" (oben) gehört. Ausgestellt war u.a. auch "Hokusai-manga" - ein Zeichenhandbuch für Hokusais Zeichenlehrlinge. Ansonsten zeichnet sich Hokusais Werk z.B. durch viele Portraits damaliger Theaterschauspieler, Gottheiten und Geister, Landschafts-, Tier- oder Plfanzendarstellungen, aus. Die Drucke des japanischen Künstlers sind zunächst sehr ungewohnt für das an westliche Kunst gewöhnte Auge, doch mit der Zeit entdeckt man, mit welch außergewöhnlicher Virtuosität doch Hokusai arbeitete, als er seine präzise gearbeiteten Farbholzschnitte oder Drucke anfertigte. Es ist für mich beinahe unvorstellbar, mit welch geduldiger und vorallem ruhiger Hand der Künstler die vielen kleinen Linien gesetzt hat, die die Graphiken so unheimlich genau machen. Für japanische Kunst waren zunächst Vogelperspektive und Flächigkeit typisch. Als gegen Ende des 18.Jahrhunderts jedoch Europäer, meist Holländer, nach Asien kamen, lehrten sie den dortigen Künstlern die Zentralperspektive, sowie die Schattierung durch Hell-Dunkel-Abstufung. Auch dieser Einfluss findet Niederschlag im Schaffen Hokusais.
Alles in Allem ist die Ausstellung wahnsinnig interessant, da man eine völlig neue Seite der Kunstgeschichte kennenlernt, die von der europäischen weit entfernt liegt. Außerdem zeigt die Ausstellung nicht nur die Werke Hokusais, sondern liefert bei jedem einzelnen Bild und wenn auch noch so klein und unscheinbar, einen äußerst informativen Text, welcher sowohl Entstehungshintergrund, als auch Motiv und die damit verbundene japanische Kultur/Tradition erklärt. Bei Landschaftsdarstellungen sind sogar genaue Lage und geographische Besonderheiten angemerkt. Somit erhält man nicht nur einen Einblick in die asiatische Kunst, sondern auch in die Kultur, die Völkerkunde, sowie in die Geographie Japans. Die Ausstellung läuft noch bis Ende Oktober und sollte, wenn denn die Möglichkeit bestünde, auf jeden Fall besucht werden.

2 Kommentar(e):

schöngeist for two hat gesagt…

gefällt mir sehr gut diese Malerei!

Lieben Gruss Elke

Joe hat gesagt…

Gern geschehen ;)


Grüße ♥

>> little girl in big city <<