Navigation Menu

»Es gibt unzählige Geheimnisse, die darauf warten entdeckt zu werden« Interview: Franziska Ostermann

Die 19-jährige Schülerin Franziska Ostermann aus Kiel widmet sich der Fotografie, seit sie 16 ist. Ihre Bilder zeugen von einem individuellen Stil - Fotografien, die sich mit der Welt und den Menschen in ihr beschäftigen. Menschen, wie sie sich in ihrer Umgebung verhalten, oder zu verhalten scheinen. Sie schwärmen durch die Nacht, sitzen am Ufer, spüren den Wind in ihren Haaren. Die Menschen wirken, wie wenn sie fester Bestandteil ihrer Umgebung sind, wie wenn sie Eins mit der Natur geworden sind. Interessante, ruhige Locations unterstreichen den Bezug zur Umwelt - egal ob auf Feldern, im Wald, am Meer. Die Natur spielt in Franziskas Bildern eine unsagbar große Rolle. Viele Fotos werden sogar deutlich von ihr dominiert, während der Mensch nur verhältnismäßig klein auftaucht. Doch auch Portraitfotos finden sich unter den Arbeiten. Auffallend ist außerdem Franziskas Spiel mit den Lichtverhältnissen, wodurch jedes Bild eine andere, ganz eigene und individuelle Faszination erfährt.


Seit wann beschäftigst Du Dich mit Photographie? Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Seit ich 16 war. Ich hab angefangen und nie wieder aufgehört.

Wer oder was inspiriert Dich?
Die Welt um mich herum, Menschen und Beziehungen. In allem findet man so viel, es gibt unzählige Geheimnisse die offen daliegen und darauf warten, entdeckt zu werden. Man muss nur genau hinschauen. Auch Literatur, Künstler aller Art, inspirieren mich, weil sie uns zeigen, wie sie die Welt sehen.

Wo fotografierst Du am Liebsten – wo ist Deine Lieblingslocation?
 Immer dort, wo ich es mir gerade in den Kopf gesetzt hab. Meistens ist das am Meer oder auf einem Feld, in der Natur. Man kann dort seinen Gedanken freien Lauf lassen und wird nicht beobachtet - höchstens von Vögeln.

Was ist Dein Lieblingsmotiv? Und was macht es für Dich interessant?
 Meine Freunde, Menschen die mich berühren, in meinem Leben sind.
Erinnerungen zu sammeln und zu erschaffen.

Was fasziniert dich am meisten an der Fotografie?
Fragen zu stellen. Leute mit Bildern zu berühren, sie zum Nachdenken anzuregen- das möchte ich mit meinen Bildern schaffen. Mehrere Bilder zu einem zu kombinieren, aus verschiedenen Realitäten eine neue zu kreieren, Surrealität, das fasziniert mich.

Analog oder Digital?
Digital. Momentan lern ich auch Analog zu fotografieren

Ohne welchen Ausrüstungsgegenstand könntest Du nicht leben? Warum?
Meine Kamera! Und mein 50mm /1,8 Objektiv, weil man damit fast in jeder Situation fotografieren kann

Das oben gezeigte Bild trägt den Titel "Der Dachs" und ist ebenso, wie das aller erste Bild Teil der neusten und aktuellen Fotoserie. Diese beschäftigt sich besonders mit der Kommunikation zwischen Mensch - Natur bzw. Mensch und Tier. Über das neue Projekt selbst schreibt Franziska:
"Ich möchte eine Serie zum Thema Kommunikation in der Gesellschaft anfangen, ein besonderes Augenmerk möchte ich hierbei auf die Natur legen. Die Interaktion von Mensch und Umwelt finde ich faszinierend- in einem oftmals schlechten Sinn. So beschreibe ich mit dem Bild "Der Dachs" das Missverständnis zur Natur. Der Dachs wendet sich von dem Mädchen, das versucht Kontakt aufzunehmen. Die Kommunikation ist also unterbrochen. Auf dem Bild "Die Möwen" versucht das Mädchen die Flugbewegung der Vögel nachzuahmen- sie nimmt sich hier also der Natur an, versucht sie zu verstehen. So bilden hier Natur und Mensch eine Art Einheit- die Differenzen bleiben jedoch, denn das Mädchen kann trotzdem nicht fliegen. Empathie ist meiner Meinung nach ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis."

Bilder: © Franziska Ostermann

2 Kommentar(e):

Anonym hat gesagt…

Besser hättest du ihre Fotos nicht in Worten ausdrücken können! Man kann auf Franzis Bildern immer wieder Neues entdecken, es ist wirklich schön wie sie auf diesem Blog präsentiert werden.

Liebe Grüße,
Lena

lulu hat gesagt…

wow sehr inspirierend!